Einfaches Monitoring dank Parametrierung
Bei der Auswahl einer Messdatenerfassung stellt sich für Anwender meist dieselbe Grundsatzfrage: volle Programmierkontrolle oder fertige Standardsoftware.
Wer sich für C++ entscheidet, bekommt hardwarenahe Performance, muss dafür aber tief in die Programmierung einsteigen. Python bringt eine riesige Bibliothekslandschaft mit, verlangt jedoch ebenso Programmieraufwand. Visuelle Umgebungen wie LabVIEW oder DASYLab senken die Einstiegshürde etwas, bringen aber eine eigene, nicht triviale Lernkurve mit sich.
Es gibt einen dritten, oft übersehenen Ansatz: Parametrierung statt Programmierung. Nutzen Sie statt einer frei programmierbaren Lösung oder einem maßgeschneiderten High-End-System ein Gerät, das Sie über strukturierte Einstellungen bedienen. Der Nutzer muss weder eine Programmiersprache lernen noch sich in eine komplexe Software einarbeiten, um seine Messaufgabe umzusetzen.
Unser Partner GBM (Gesellschaft für Bildanalyse und Messwerterfassung mbH), hat dieses Konzept in zwei IoT-Messdatenerfassungen umgesetzt: dydaqlog und dydaqmeas.
Beide Geräte nutzen dasselbe Bedienprinzip. Sie richten Sensoren über eine strukturierte Weboberfläche ein. Dashboards entstehen ohne eine Zeile Code, Grenzwerte und Bedingungen lassen sich frei definieren, Sensordaten können direkt verrechnet werden. Sie gestalten mit den Messdaten am Ende ein PDF-Protokoll. Beide Systeme sind netzwerkfähig und sprechen MQTT, auch als lokaler Broker für externe Datenquellen.
Wo sich die beiden Geräte unterscheiden, ist die Disziplin, in der sie zu Hause sind: dydaqlog deckt die Fläche ab, dydaqmeas das Tempo. Im Folgenden die technischen Details zu beiden Systemen als Entscheidungsgrundlage.
dydaqlog: der Allrounder für die Fläche
dydaqlog eignet sich für Anwendungen, bei denen viele Messstellen über einen längeren Zeitraum überwacht werden sollen, etwa Temperaturverläufe im Straßenbau, Prozessdaten in der Produktion oder Umweltmessungen im Feld.

| Merkmal | dydaqlog |
|---|---|
| Analoge Eingänge | 16 differentiell (8 bei 4-Leiter-Technik) |
| Auflösung | 24 Bit (Sigma-Delta-Wandler) |
| Abtastrate je Kanal | bis 10 Hz bei voller Kanalzahl, bis 20 Hz bei reduzierter Kanalzahl |
| Eingangsspannungsbereiche | ±10 / 5 / 3 / 1,6 V; ±800 / 400 / 200 / 100 mV |
| Eingangsstrombereich | ±20 mA / 0…20 mA |
| Sensorspannungsversorgung | 24 VDC |
| Direkter Sensoranschluss | Thermoelemente (B, E, J, K, N, R, S, T), PT50/100/500/1000, Dehnmessstreifen (6-Leiter-Technik) |
| Digitale Ein-/Ausgänge | 6 Eingänge (TTL, zugleich als Zähler bis 1 kHz nutzbar), 3 elektronische Relaisausgänge (40 V DC, 1 A) |
| Externe Sensorik | Anbindung über MQTT oder Modbus |
| Prozessor | ARM Cortex-A72 1,5GHz |
| Konnektivität | Gigabit-Ethernet (LAN), WLAN 802.11 b/g/n/ac (2,4/5 GHz), optional 4G/LTE RS485 Schnittstelle mit Modbus RTU |
| Datenspeicher | 1 GB Micro-SD intern |
| Versorgung | 10 bis 36 VDC |
| Gehäuse | Aluminium, IP65, 211 × 70 × 208,5 mm, 1,7 kg |
| Besonderheit | Thermoelementmessung mit zuschaltbarer Drahtbrucherkennung |
Typische Einsatzfälle: Temperaturüberwachung in Öfen und Rohröfen, Bewässerungs- und Prozessanlagen, Standsicherheitsprüfungen und Langzeit-Monitoring im Bauwesen, also überall dort, wo viele Kanäle gleichzeitig, aber mit moderater Geschwindigkeit erfasst werden müssen.
dydaqmeas: der Spezialist für Tempo
dydaqmeas ist auf die Erfassung und Online-Überwachung dynamischer Messsignale ausgelegt. Er hat seine Stärken dort wo es auf hohe Abtastraten statt auf viele Kanäle ankommt. Der dydaqmeas ist ein idealer Partner bei Schwingungsanalysen oder schnellen Einzel-Ereignissen.

| Merkmal | dydaqmeas |
|---|---|
| Analoge Eingänge | 8 differentiell, exakt synchron |
| Auflösung | 24 Bit (Sigma-Delta-Wandler) |
| Abtastrate je Kanal | bis 200 kHz |
| Summenabtastrate | bis 800 kHz (kann bei komplexen Online-Berechnungen sinken) |
| Eingangsspannungsbereiche | ±10 V / ±1 V |
| Eingangsstrombereich | ±20 mA / 0…20 mA |
| Direkter Sensoranschluss | IEPE-Schwingungssensoren mit zuschaltbarer 4-mA-ICP-Konstantstromquelle, Anschluss über Phoenix-Klemmen (6-polig) + SMB-Buchse |
| Überspannungsschutz | ±42 V |
| Digitale Eingänge | 6, davon 2 als Zähler-Eingänge (1 Hz bis 1 MHz) oder 3 als Quadratur-Encoder-Eingang (bis 30.000 U/min bei 1000 Inkrementen) |
| Digitale Ausgänge | 2 elektronische Relais (40 V DC, 1 A) |
| Online-Verarbeitung | Kanalverrechnung, Schwellwertüberwachung, Echtzeit-FFT direkt im Gerät |
| Prozessor | ARM Cortex-A72 Quad-Core, 1,5 GHz |
| Konnektivität | LAN, WLAN, optional GPRS/4G/LTE |
| Datenspeicher | 128 GB Flash, erweiterbar |
| Versorgung | 10 bis 36 VDC |
| Gehäuse | Aluminium, 182 × 95 × 146 mm, 1,3 kg |
Typische Einsatzfälle: Schwingungsanalysen an Maschinen und Anlagen, Prüfstandsmessungen, Condition Monitoring sowie transiente Vorgänge und Einzel-Ereignisse, also überall dort, wo hochdynamische Signale sauber und synchron erfasst werden müssen.
Direktvergleich auf einen Blick
| Kriterium | dydaqlog | dydaqmeas |
|---|---|---|
| Stärke | Fläche: viele Kanäle, lange Laufzeit | Tempo: wenige Kanäle, hohe Dynamik |
| Analogkanäle | 16 (8 bei 4-Leiter) | 8 |
| Max. Abtastrate/Kanal | 20 Hz | 200 kHz |
| Sensor-Schwerpunkt | Thermoelemente, RTDs, DMS | IEPE-Schwingungssensoren |
| Besonderheit | Direkter Anschluss vieler Temperatur-/DMS-Sensoren | Echtzeit-FFT, synchrone Hochgeschwindigkeitserfassung |
| Datenspeicher | 1 GB | 128 GB |
Entscheidungshilfe: Welches System passt zu Ihrer Anwendung?
Viele Messstellen, moderates Tempo: zum Beispiel Temperaturmonitoring an Öfen, Anlagen oder im Bauwesen. Hier ist dydaqlog die richtige Wahl.
Wenige Kanäle, hohe Dynamik: zum Beispiel Schwingungsanalyse, FFT oder transiente Ereignisse am Prüfstand. Hier spielt dydaqmeas seine Stärken aus.
Beide Welten kombiniert? Über den gemeinsamen MQTT-Broker lassen sich dydaqlog und dydaqmeas auch parallel betreiben und in einem gemeinsamen Dashboard zusammenführen, etwa für die Langzeitüberwachung einer Anlage mit ergänzender Schwingungsdiagnostik an kritischen Komponenten.
Wo würden Sie ein solches System in Ihrer Anwendung einsetzen? Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl des passenden Systems für Ihre konkrete Messaufgabe.
